The Distance to Here Es gibt ein Leben nach Throwing Copper… – M@rco W. – München
… und zwar mit diesem Album!
Es ist meines Erachtens das kompletteste Album der Band … wirkt wie aus einem Guss ohne die Vielfältigkeit der Band zu schmälern. Wenn gleich nur 2 Songs den Spirit, das Feeling von Throwing Copper wieder aufleben lassen (Feel the Quiet River Rage und Meltdown) sind alle anderen klar strukturiert, eingängig, teils powervoll, teils emotional, ideenreich und einfach gut produziert.
Etwas mehr in die Schiene “Mainstream” … Massenkompatibler, deswegen aber nicht minderer Qualität! Anders als Throwing Copper … aber genauso Beständig und wertvoll!
Nach ,Secret Samadhi’ ließ sich eine Verwandlung von Live in Richtung härteren Rock vermuten, doch was ,The Distance To Here’ anbietet, liegt jenseits aller Erwartungen, die irgendjemand an diese Band hatte.
Die Musik wurde durchaus rockiger, aber auch leichter und konsumierbarer. Das muss nicht zum Nachteil ausfallen – dafür ist diese Platte der Beweis. ,The Dolphin’s Cry’ geriet zum Hit und kann durchaus für den Rest gerade stehen: Klare Akkordstrukturen, einprägsame Melodien, atemberaubende Dynamik und blitzsaubere Produktion. Mit ,Distance’ mausern sich Live zu einer gigantischen Rockband, die es nicht mehr nötig hat, nach Trends zu schielen, sondern einfach nur noch gute Musik machen will. Schade, dass sie dieser Richtung nicht treu geblieben sind, ihnen wäre die Zustimmung eines breiten Publikums und weitere gute Kritiken sicher gewesen.
Im Mittelpunkt stehen überall die Songs, die thematisch zusammen zu hängen scheinen. Alle haben sie entweder mit Wasser und Religiosität zu tun – wahrscheinlich mitgeprägt von Ed’s Guru, der offensichtlich einen guten Einfluss auf seine Kreativität hatte. Ebenso spürbar ist bei jedem Ton Einflüsse der Doors und von Pearl Jam, die Ed’s Band einfühlsam und kraftvoll in die Live-Musik einarbeitet.
Es gibt keinen Song, der nicht aus irgendeinem Grund im Gedächtnis haften bleibt, und jeder hat seinen Platz im Konzept. Die Jungs zeigen hier ihre größtmögliche Geschlossenheit bei optimaler Spiellaune. Meine persönlichen Favoriten sind der Opener ,The Dolphin’s Cry’, , Run To The Water’, ,Voodoo Lady’, , Where Fishes Go’, ,Meltdown’ und vor allem wegen des spirituellen Texten von jenseits der Grenze: ,We Walk In The Dream’. Möglicherweise könnten es, je nach Prägung, auch andere sein, denn sie sind alle gut.
Wo gibt es noch einen Songwriter, der religiös inspirierte Texte mit frischer Musik verbinden kann, ohne gekünstelt zu wirken? ,The Distance To Here’ gehört für mich zu den Platten für die Ewigkeit – nicht zuletzt deshalb, weil ihre Texte inhaltlich über den Tod hinausführen.
Wer allerdings weder die Doors, noch Pearl Jam noch religiös inspirierte Texte mag, sollte woanders nach der Platte seines Herzens suchen. Er wird sich auch durch diese CD nicht mit Live anfreunden können.
Übrigens: Ein Extra-Stern für das wunderschöne Booklet! Es passt 1:1 zum Inhalt und macht immer wieder Laune, die CD zu hören. : THE DISTANCE TO HERE The Distance To Here knüpft nahtlos da an, wo Throwing Copper, der große Erfolg, der die Band in den USA zum Next Big Thing machte, aufhörte. Als hätte es den eher schwachen 1997er Nachfolger Secret Samadhi nie gegeben, laufen Ed Kowalczyk und seine Band wieder zu Höchtsform auf. Kein Wunder, zeichnet doch Jerry Harrison, der schon Throwing Copper zum Mega-Seller machte, wieder als Produzent verantwortlich. Der Opener “The Dolphin´s Cry” plätschert zu Beginn verhalten, wie einst “The Dam At Otter Creek”, um dann in einen bombastischen Refrain auszuufern. Mit “Run To The Water” gelingt Live die schwierige Gratwanderung zwischen Anspruch und Mainstream. Das gekonnte Wechselbad zwischen leisen Tönen und brachialen, opulenten Gitarrenriffs, zwischen sanftem Falsett und aggressivem Aufschrei beherrschen Live noch immer wie keine andere Band. Herzstück und Seele der Musik aber ist die unverwechselbar charismatische und intensive Stimme Kowalczyks, die “vielleicht leidenschaftlichste Rockstimme der Gegenwart” (Musikexpress/Sounds). The Distance To Here ist erstklassiger Alternative-Rock mit Tiefgang. Mystisch, wuchtig und drängend. –Dirk Ruschepaul The Distance to Here
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